17 Juli

17 Juli

Sportschuhe am Schreibtisch: Kati Wilhelm bewegt die Mediengruppe

Sport und Alltag unter einen Hut bringen: Dass dies auch im Berufsleben möglich ist, hat die mehrfache Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm am Dienstag den Mitarbeitenden der Mediengruppe Oberfranken gezeigt. Getreu dem Motto „Spitzensportler bewegen Mitarbeiter“. Was die MGOler da erwartete, berichtet Stephan Großmann, Redakteur bei der MGO, auf inFranken.de:

Zu Beginn ist Koordination gefragt. Vorwärts, rückwärts und seitwärts hüpfen, krabbeln und springen die Mitarbeitenden der Mediengruppe Oberfranken (MGO) am Dienstagmorgen durch den Tagungsraum in der Gutenbergstraße 1. Raus aus den Sesseln, rein in die Sportschuhe: Unter dem Motto „Spitzensportler bewegen Mitarbeiter“ ist die mehrfache Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm zu Gast und zeigt den Medienprofis, wie sie auch sportlich spitze werden können.

Einblicke in Profi-Karriere

Doch bevor die 20 Frauen und Männer der MGO gehörig ins Schwitzen geraten, gibt die sympathische Südthüringerin mit den auffallend roten Haaren einen kleinen Einblick in die Zeit ihrer Karriere als Profisportlerin. Mit Videos und Bildern skizziert sie ihren Weg von dem kleinen Mädchen, das seinen ersten Triumph beim Asbacher Herbst-Cross feiern konnte, bis hin zu den großen olympischen Medaillen-Momenten in Salt Lake City, Turin und Vancouver.

Fürs Schießen zeigte die 41-Jährige sogleich Talent, den Rest musste sie sich im Training hart erarbeiten. „Es ist wichtig, Ziele zu haben“, stellt sie in ihrem Impulsvortrage heraus. „Und zwar nicht das eine große, sondern jeden Tag kleine Ziele.“ Sie berichtet von Höhen und Tiefen ihrer erfolgreichen Karriere und betont, wie wichtig es im Leben ist, Entscheidungen treffen zu können. „Olympiasiegerin kann man auch einmal per Zufall werden“, erzählt sie schmunzelnd. Wichtiger sei es, stets zu wissen, was man will. „Werden Sie mutiger und entscheiden Sie sich, wichtige Entscheidungen selbst zu treffen“, gibt sie den Zuhörern mit auf den Weg.

Spannend klingen die Einblicke hinter die Kulissen der glitzernden Welt des Profi-Wintersports. Wilhelm erzählt von quälenden Trainingseinheiten, großem Druck, aber auch unendlich viel Spaß am Sport. „Ohne Spaß geht es nicht“, meint sie. Da müssten mitunter auch unkonventionelle Entscheidungen getroffen werden. Wie etwa 1999 ihr Wechsel vom Langlauf zum Biathlon und der Umzug von Thüringen ins bayerische Ruhpolding. Die wichtigste Entscheidung aber habe sie nach eigener Aussage goldrichtig getroffen: nach dem Staffel-Bronze 2010 in Vancouver ihre Profi-Karriere zu beenden.

Ans Aufhören ist für die MGO-Mitarbeitenden jedoch noch lange nicht zu denken. Nach Vortrag und Koordinations-Übungen geht Kati Wilhelm in die Vollen und lässt die Verlagsangestellten schwitzen. Das Profi-Workout beansprucht die Muskeln am Bauch wie an den Beinen, Armen und im Rücken. Nach gefühlt ewig andauernden 20 Minuten sind bereits die ersten Stöhnlaute zu vernehmen. Ein Blick in die Gesichter verrät aber: Vom jeweiligen Fitness-Level unabhängig haben die Leute Spaß an der Bewegung. Und das nicht nur, weil der Vormittag mit der ehemaligen Leistungssportlerin eine willkommene Abwechslung im Alltag des Verlagslebens darstellt.

Sport nie ganz hinter sich lassen

„Wenn wir die Menschen dazu bringen wollen, gesünder zu leben, müssen wir neue Wege gehen“, sagt der Regionalgeschäftsführer der Barmer in Bamberg Jörg Rölz. Wichtig sei es, die Leute im Alltag abzuholen – etwa im Beruf. Neben Kati Wilhelm sind bundesweit einige ehemalige Spitzensportler für dieses Präventionsprojekt im Einsatz. Denn selbst wenn sie den aktiven Profisport hinter sich gelassen haben, werden die meisten wohl nie ganz aus der Materie verschwinden.

Wie Wilhelm auch. Noch heute noch geht sie gerne langlaufen – allerdings nur zum Spaß. Denn: „Den Wettbewerb vermisse ich gar nicht.“ Zumindest den eigenen. Seit Jahren steht sie für die ARD vor der Kamera und gibt ihr Expertinnen-Wissen an die Fernsehzuschauer weiter. Aber auch abseits der Loipen macht die 41-Jährige eine gute Figur. Sei es als zweifache Mutter, Service-Kraft in ihrem eigenen Restaurant „Heimatlon“ in Steinbach-Hallenberg oder als Medienbotschafterin für gemeinnützige Vereine.

Nach Abschluss des Work-outs und einer ausgiebigen Autogrammstunde gibt die gebürtige Südthüringerin ihren Sport-Schützlingen den wohl wichtigsten Tipp an diesem Tag: „Es ist wichtig, dass man stolz auf das ist, was man erreicht hat“. Völlig egal, ob es Olympiamedaillen sind oder ein schweißtreibendes Training in der Mittagspause.

Quelle: inFranken.de

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