28 September

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28 September

Tradition und Moderne: Handwerk erlebenEine schöne Tradition bei der MGO

Auch in der digitalen Welt dürften alte Bräuche nicht fehlen. Bei der MGO wird der Freispruch der Druckerei-Lehrlinge deshalb nach altbewährter Art vollzogen.

Das Drucken ist nicht nur eine Kunst, sondern vor allem ein Handwerk. Obwohl es seit seiner Erfindung durch Johannes Gutenberg viele Veränderungen durchlaufen hat, hat sich daran nichts geändert. Die Mediengruppe Oberfranken ist einer der größten Ausbildungsbetriebe in der Region. Jährlich befinden sich bei uns 60 junge Menschen in einer Berufsausbildung. Dabei bildet das Unternehmen verschiedene technische und kaufmännische Berufe aus und bietet darüber hinaus duale Studiengänge in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Würtemberg in Ravensburg an.

In die Bütte!

Nach wie vor gehören zum Ausbildungsspektrum der Drucker und verwandte Berufsbilder wie der Buchbinder und der Mediengestalter. Und auch wenn diese Berufe eine viel technikorientierte Arbeit ausüben, als noch während der Zeit des Bleisatzes, legt die MGO Wert darauf, dass ihr Ursprung und der handwerkliche Geist erhalten bleiben.

Ein besonders schöner Brauch, den die MGO deshalb nach wie vor praktiziert, ist das so genannte Gautschen. Er lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurück verfolgen. Dabei handelt es sich im Grunde um eine Art des Freispruch der Drucklehrlinge, die so genannten „Kornuten“, in dem sie im Rahmen einer Zeremonie durch die „Packer“, meist bereits ausgelernte Drucker, auf einen nassen Schwamm gesetzt und danach in einer Bütte untergetaucht werden. Und natürlich dürfen sich die Lehrlinge nach alter Tradition auf dem Weg zur Bütte dagegen wehren. Begleitet wird das Gautschen vom Gautschmeister, der letztlich auch den traditionellen Freispruch praktiziert und hinterher den Gautschbrief übergibt.

Dem Druckteufel ein Schnippchen schlagen

Ursprung dieser schönen Gesellentaufe ist die Geschichte rund um das Erstlingswerk von Johannes Gutenberg: Die 42-zeilige Bibel. Der Erzählung nach tauchte kurz vor dem Druck der Teufel höchstpersönlich auf, um Gutenberg an der Vollendung des Werkes zu hindern. Dieser soll mit einem nassen Schwamm, den er zum Befeuchten der Bleibuchstaben brauchte, nach dem Störenfried geworfen haben. Mit einem gurgelnden Laut, der sich in etwa wie „Gautsch“ anhörte, verschwand der Teufel daraufhin. Das daraus entstandene „Gautschen“ soll der Überlieferung nach die Neugesellen vor dem Druckfehlerteufel bewahren.

In diesem Jahr gratulieren wir unseren Kolleginnen und Kollegen Lesley Schedel, Melanie Kugler, Simon Denzler, Sofia Jantschwesky, Christian Lotter Pascal Minutella, Taylor Townsend, René Hübner, Roland Müller und Andreas Fischer zur Aufnahme die Kollegenschaft der Drucker und Setzer. Ihr habt die „Tortur“ des Gautschens überstanden und das sprichtwörtliche Band der Ausbildung durchschnitten. Glückwunsch!

 

Von Martin Wilbers
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Martin Wilbers

Martin Wilbers ist Leiter Unternehmenskommunikaton und Marketing Services der Mediengruppe Oberfranken. Der Diplom-Soziologe ist seit Juni 2011 in dieser Position Unternehmen tätig.

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