07 September

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07 September

Zum Arbeiten über den großen TeichMein Praktikum in den Vereinigten Staaten

Wie geht es in amerikanischen Firmen zu? Wie ist der Umgang mit Medien und Publikationen in den USA? Was ist überhaupt der „American Way Of Life“? All das durfte ich während meines zwölfwöchigen Aufenthalts in den Staaten erfahren.

Die Joachim-Herz-Stiftung aus Hamburg bot 2015 zum zweiten Mal ein dreimonatiges Praktikum für bayerische Auszubildende in Atlanta, Georgia an. Nach dem Bewerbungsverfahren mit über 100 Bewerbern wurde ich zusammen mit 20 anderen Azubis für diese große Reise ausgewählt.

Mein amerikanischer Betrieb war Southern Regional Education Board, eine gemeinnützige Organisation, die das Bildungssystem in den Südstaaten der USA verbessern möchte und dazu die „governors“ und „legislators“ berät. Ich durfte mich während meiner Arbeit in InDesign, Illustrator und Photoshop einarbeiten, um Online-Newsletter, Handbücher und Flyer kreativ zu gestalten. Donnerstags war immer „field trip“-Tag, d. h. ich habe mit meiner amerikanischen Ausbilderin Museen und Ausstellungen besucht und viel von der Kultur erfahren. Meine persönlichen Highlights waren das High Museum of Art, das Museum of Papermaking, die Geschichte um Martin Luther King jr. in der National Historic Site und das World of Coca-Cola Museum.

Im Süden der USA ist das öffentliche Verkehrssystem noch nicht wirklich ausgebaut. Die U-Bahnen und Busse fahren nur sporadisch – wenn überhaupt. Als Europäer kann man sich die Größe dieses Landes gar nicht wirklich vorstellen bis man es selbst erlebt: einerseits die Vielfalt, andererseits die weiten Strecken zwischen zwei Orten. Stundenlanges Pendeln ist für die meisten Arbeitnehmer normal, da dazu noch das Verkehrsaufkommen extrem hoch ist und Alternativen fehlen.

Meine Kollegen haben mich übers Wochenende oft eingeladen, ansonsten standen Trips nach Miami (Florida), New Orléans (Louisiana) und Amelia Island (Florida) auf meiner To-Do-Liste. Allen Klischees entsprechend waren die Essensportionen in Restaurants riesig, gerade im Süden werden bevorzugt frittierte Speisen angeboten („fried ice cream“ gibt es wirklich!). Der Service erschien mir kundenorientierter als in Deutschland und man hat viel mehr Auswahlmöglichkeiten bei den Beilagen.

Die gesamte Reise mit den überwiegend positiven Erfahrungen hat mich sowohl persönlich als auch arbeitstechnisch wachsen lassen. Neben den „hard skills“, wie den Kenntnissen in Grafikdesignprogrammen und der englischen Sprache, habe ich auch mehr Selbstvertrauen in mich und meine Fähigkeiten entwickelt und bin dankbar, dieses Abenteuer gemacht haben zu dürfen.

Von Iris Müller
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Iris Müller

Iris Müller ist Auszubildende zur Medienkauffrau am Kulmbacher Standort der Mediengruppe Oberfranken.

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