16 März

Die Lounge

16 März

Räume in der MGORäume erzählen Geschichten. Und sie sprechen von Charakter.

Die Mediengruppe Oberfranken (MGO) hat viele Standorte in Franken. Jeder Standort hat seinen ganz eigenen Charakter. Ich glaube, dass die Räume eines Unternehmens durchaus etwas über ein Unternehmen aussagen können. Für mich persönlich sind Räume von großer Bedeutung. Weil sie neben ihrer symbolischen Botschaft durchaus Geschichten erzählen können.

Meistens bewege ich mich in unserer Gruppenzentrale in Bamberg. Das Gebäude wurde 2008 kernsaniert. Neben dem neuen Bild, das der Besucher heute sieht, wenn er zu uns kommt, sind aber auch einige Dinge erhalten geblieben, die an die Geschichte des Hauses erinnern. Von ein paar Eindrücken möchte ich Euch in Text und Bild erzählen.

Das Archiv

 Der ursprüngliche Kern der MGO war das Zeitungsgeschäft. Und einige Printzeitungen unseres Verlagsgeschäftsbereiches gab es schon lange vor der Gründung der Mediengruppe. Schaut man in die Fachpresse, so mögen die Tage der Massenprintzeitungen vielleicht gezählt sein. Aber es gibt zwei Dinge, die online nicht kann: den Tast- und den Geruchssinn ansprechen. Kennt ihr das? Diesen Geruch alten Papiers? Manche nennen ihn muffig. Für mich ist er Ausdruck eines langen Gedächtnisses, eines Fensters, das uns in Geschehnisse, Dinge und Gedanken einweiht, die längst vergangen sind. Wie verborgene Schätze, in Schränken, deren Anmutung eines Safes nicht unähnlich ist, liegen in unserem Archiv fast 140 Jahre fränkische Geschichtsschreibung. Und ab und zu sieht man an dem kleinen Tisch in dem engen Raum einen Menschen tiefversunken über den dicken Büchern mit Tageszeitungen sitzen. Inzwischen ist vieles natürlich schon digital archiviert. Aber eben noch nicht alles. Und gerade beim sachten Umblättern der alten Seiten stellt sich manchmal die Frage, wer es wohl war, der dieses Papier vor vielen Jahrzehnten ersonnen und bedruckt hat.

Das Foyer

 Ich mag unser Foyer in Bamberg. Es ist offen, es ist hell. Es ist der Arbeitsplatz unserer freundlichen und hilfsbereiten Empfangs- und Geschäftsstellenmitarbeiter. Das Foyer macht nicht nur einen modernen Eindruck. Durch die offene Transparenz des Raumes kommt ein Credo zum Ausdruck, das bei der Gestaltung der Architektur in Bamberg ganz wichtig war: Wir wollen Transparenz zeigen. Wir sind ein offenes Haus. Die Menschen sind bei uns willkommen und wir möchten – soweit sich das irgendwie machen lässt – keine anonyme „Black Box“ sein.

Der Mediengarten

 Direkt im Anschluss an das Foyer findet sich der Mediengarten in Bamberg. Wenn ich oben über ein offenes Haus gesprochen habe, so ist dieser Raum sicherlich der beeindruckendste Beleg dafür. Er ist riesig. Wir nutzen ihn zum Beispiel für Ausstellungen, manchmal auch für andere Veranstaltungen. Nur einen kleinen Makel hat er: Er ist nicht klimatisiert und wird deshalb im Sommer und im Winter kaum genutzt. Wobei: Die kalten Temperaturen im Winter sind zumindest für eine Veranstaltung im Haus ganz passend: für den schönen, winterlichen Adventsmarkt, das so genannte Adventsshopping, zu dem wir jedes Jahr einladen. Und wem es zu kalt wird, der kann sich am Glühwein gütlich tun.

Der Tagungsraum

Aus einem vielleicht irrwitzigen Grund mag ich große und weite Räume. Irgendwie kann ich besser denken, wenn ich ein paar Meter geradeaus schauen kann. Deswegen mag ich unseren Tagungsraum in Bamberg so sehr. Am liebsten würde ich jeden Workshop, den ich im Haus mache, dort abhalten. Weil dort so viel Platz ist, so viel Raum für freie Gedanken. Er ist aber auch ein Treffpunkt für Kommunikation und Austausch. Die meisten größeren Zusammenkünfte unseres Unternehmens finden hier statt. Und natürlich laden wir zu bestimmten Anlässen gerne auch externe Gäste in diesen Raum ein. Große Räume haben eben – ja, etwas Großes halt. Und auch die MGO ist über die vergangenen Jahre stark gewachsen und groß geworden. Genauso wie ihr Potential und die vielen guten Gedanken, die sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich machen.

Die Lounge

Im ersten Stock in der Gutenbergstraße 1, auf der so genannten Geschäftsleitungsebene, gibt es diese schöne kleine Lounge. Sie ist total offen, hat also keine Tür oder völlig abschließende Wände. Hier verbringe ich gerne das eine oder andere Meeting im Zwiegespräch, wenn das Thema nicht so sensibel ist. Außerdem ist die Lounge immer wieder „unser“ Ort für verschiedene Fotoshootings oder Filmaufnahmen. Die rote Klavierlackoberfläche des Tisches bietet sich zum Beispiel als fotografischer Hintergrund im Corporate Design an, wenn Produkte, Unterlagen und Ähnliches fotografiert werden sollen.

Büro und Produktion

Ähnlich wie am Standort in Kulmbach ist auch der Bamberger Standort eine Verbindung aus Produktions- und Büroarbeit. Kaum verlässt man den Bürobereich, tritt man nahtlos in eine Offset-Druckproduktion, in der Kundenaufträge gedruckt, geschnitten und gefalzt werden. Für unsere hauseigene Werbeagentur ist es ein Katzensprung bis dorthin. So lässt sich gemütlich der eine oder andere Andruck beobachten und auch Korrekturen sind in Windeseile ausgetauscht und umgesetzt.

Digitaldruckraum

Ausbildung hat in der MGO einen sehr hohen Stellenwert. Und unsere Auszubildenden lernen früh Verantwortung für eigene Projekte zu übernehmen. Eine Art herausragendes Beispiel dafür ist der Digitaldruckraum. Die Umsetzung des Projektes „Digitaldruck“ haben unsere Druckauszubildenden übernommen. Freilich unter Anleitung, aber unsere heutige Digitaldruckproduktion ist ihrer Arbeit, ihren Gedanken und Überlegungen entsprungen. Ich finde das großartig. Nicht zuletzt deshalb begeistert mich dieser Raum immer wieder.

 

Geschichte

Ich habe zu Beginn ja darüber gesprochen, dass Räume auch Geschichten erzählen. Oder von Geschichte zeugen. Das Archiv ist einer dieser Räume. Im Flur zum Nebeneingang der Gutenbergstraße 1 hängt eine schöne Tafel. Sie zeugt von der Jahrhunderte alten Drucktradition Bambergs, die ebenfalls Teil unserer Historie ist. Sollte wirklich irgendwann mal eine Zeit anbrechen, in der gedruckte Publikationen vollständig der digitalen Welt weichen, werden wir sicher dennoch nie vergessen, woher wir einst kamen.

Ein anderes Zeugnis des beständigen Wandels ist der Fußboden in den Treppenhäusern. Ich erinnere mich noch genau, als ich das erste Mal vor vielen Jahren an einer Führung durch den damaligen „FT“ teilgenommen habe. Da sah hier alles anders aus. Nicht nur die Büros, sondern natürlich auch die Innenausstattung, genauso wie die Aufteilung. Nach der Sanierung erhalten geblieben ist dieser Fußbodenteil des alten Gebäudes, in dem vor langer Zeit die Geschichte des Fränkischen Tages weitergeschrieben wurde. Heute ist das Haus die Zentrale einer Mediengruppe mit rund 1.000 Mitarbeitern, 34 Gesellschaften und über 50 Einzelmarken. Erstaunlich, nicht wahr? Um diesen Fußboden herum hat sich vieles verändert.

Im Grunde geht es unserem Hause ähnlich: Wir verändern uns ständig. Aber der Kern dessen, was uns einst groß gemacht hat, der hat weiterhin Bestand. Er ist unabhängig von einem „Medium“ und vielleicht auch unabhängig von der Zeit. Und Unabhängigkeit ist generell ein Wesenszug der unsere Arbeit begleitet. Ganz gleich in welchem Geschäftsfeld. Vor allem aber natürlich im Zeitungsverlag, dessen Geschichte noch bis heute auch auf diesem Fußboden getragen wird.

 

Von Martin Wilbers
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Martin Wilbers

Martin Wilbers ist Leiter Unternehmenskommunikaton und Marketing Services der Mediengruppe Oberfranken. Der Diplom-Soziologe ist seit Juni 2011 in dieser Position Unternehmen tätig.

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