19 Januar

Thomas Görtler

19 Januar

Prof. Dr. Media: Medien studierenTeil 3: Duale Hochschule

1916 war die Entscheidung eine leichte: Wer „irgendwas mit Medien“ studieren wollte, ging ans Leipziger Institut für Zeitungskunde. Knapp 100 Jahre später versprechen über 400 Studiengänge einen Einstieg in die Welt der Medien. Damit nicht schon die Studienwahl zur Wissenschaft wird, sollten sich Studienanfänger schon frühzeitig fragen, welche Hochschule am besten zu ihnen passt.

Wer mit dem Einstieg ins Berufsleben nicht bis nach dem Abschluss warten möchte, sollte über ein Studium an einer Dualen Hochschule nachdenken. Als Nachfolger der Berufsakademien eingeführt, existiert diese Form des zweitgeteilten Studiums seit 2009. Die „DHler“ verbringen ihre Semester dabei immer abwechselnd als Studierende an der Hochschule und als Auszubildende im Unternehmen.

Das Wissen, das dort während des Studiums und der Praxisblöcke vermittelt wird, ist vor allem eines: umsetzungsorientiert: „An der Hochschule werden uns neben theoretischem Grundlagenwissen Kenntnisse über die Medienbranche im Allgemeinen und die Einzelmedien im Besonderen vermittelt. Während der Praxisphase im Unternehmen lernen wir wie klassische Auszubildende meist mehrere Abteilungen kennen und können dort unser Wissen aus der DH in der Praxis anwenden“, beschreibt der 22-jährige Thomas Görtler sein Duales Studium der Medien- und Kommunikationswirtschaft. Er ist einer der 3.500 Studierenden der Dualen Hochschule im baden-württembergischen Ravensburg. Seine Praxisausbildung absolviert er in der Mediengruppe Oberfranken, die dort neben anderen Medienunternehmen wie ProSieben oder dem De Gruyter Verlag duale Studienplätze anbietet.

Trotz eines straffen Zeitplans und wenig Freizeit spricht einiges dafür, sich für einen der über 1.000 dualen Studiengänge in Deutschland zu bewerben: Neben einem ersten Gehalt, das die Studierenden für ihre Arbeit im Unternehmen erhalten und der praktischen Erfahrung, die zusätzliche Praktika und Nebenjobs überflüssig macht, winkt nach dem Abschluss oftmals eine feste Stelle: Rund 85 Prozent der Absolventen werden nach ihrem Studium von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen.

Von der Beliebtheit der dualen Studiengänge profitieren auch die Unternehmen: Inzwischen können sie bei der Auswahl der Bewerber für einen dualen Studienplatz aus dem Vollen schöpfen. Vor allem bei mittelständischen und großen Unternehmen müssen sich zukünftige Studenten bei anspruchsvollen Tests in mehrstufigen Assessment-Centern gegen eine große Zahl an Mitbewerber durchsetzen. Online-Angebote und spezielle Literatur können bei der Vorbereitung auf die Bewerbung, Einstellungstests und Auswahlverfahren helfen.

Hier lesen Sie den ersten Teil der Serie über das Studium an der Universität, hier über das  Studium an der Fachhochschule.

Von Maike Molling
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Maike Molling

Maike Molling ist seit 2014 in der Unternehmenskommunikation der Mediengruppe Oberfranken als Werkstudentin tätig. Daneben studiert sie an der Universität Bamberg den Masterstudiengang Kommunikationswissenschaft.

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