27 November

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27 November

Doppelbelastung mit PerspektiveBerufsbegleitende Ausbildung

Schulabschluss – Studium oder Ausbildung – Beruf – Punkt. Nicht ganz, denn wie unsere Eltern schon immer gewusst haben: Man lernt nie aus. Auch wenn man gefühlt schon mit beiden Beinen im Berufsleben steht, findet man sich schneller als gedacht auf der Schulbank wieder. Fortbildungen, Workshops, Tagungen – nur wer sich ständig weiterbildet, bleibt auf dem neusten Stand. Und wem das nicht reicht, der bildet sich berufsbegleitend weiter. Eine Doppelbelastung mit Perspektive, denn Zusatzqualifikationen zahlen sich fachlich und auch finanziell aus.

Staatlich geprüfter Techniker Elektrotechnik, Schwerpunkt Energietechnik und Prozessautomatisierung – mit diesem klangvollen Titel darf sich seit wenigen Monaten Max Wolharn schmücken. Neben seiner Vollzeitstelle in den MGO Druckereien hat er die letzten 3,5 Jahre regelmäßig die Schulbank gedrückt. Nach der Ausbildung zum Mechatroniker bleibt Wolharn nicht stehen. Er übernimmt immer mehr Verantwortung, vertritt Kollegen und übernimmt organisatorische Aufgaben. Aber auch fachlich will er weiter kommen. Schnell steht fest: Max Wolharn möchte Techniker werden.“Techniker finden anspruchsvolle Lösungen für technische Probleme“, so beschreibt er diese Qualifikation. Und noch eine Motivation findet er: Ein Freund, der einen ähnlichen Lebenslauf hat, entschließt sich gemeinsam mit ihm die Ausbildung zu beginnen. Beide entscheiden sich für die berufsbegleitende Ausbildung. „Wir wollten weiterhin Berufserfahrung sammeln und auch Personaler sehen es gern, wenn man sich neben dem Beruf weiterbildet“, erklärt Wolharn.

Ein anderes Modell hat sich Andreas Panzer gesucht. Der Fachinformatiker ist seit Kurzem freigestellt, um sich einem Vollzeitstudium an der Hochschule zu widmen. In den Semesterferien arbeitet er dann wiederum Vollzeit in der IT-Abteilung der Mediengruppe Oberfranken. „Es reizt mich, meine Arbeit auch mal von der wissenschaftlichen Seite zu betrachten und Probleme auch einmal tiefergehend zu beleuchten“, erklärt Panzer. Den Wunsch ein Studium zu beginnen, hegt er schon seit Langem. Während eines Auslandsaufenthaltes konnte er bereits ein halbes Jahr das Leben an einem College erfahren. Jetzt freut er sich darauf, die nächsten Monate erst mal ganz dem Informatikstudium widmen zu können.

Max Wolharn musste im berufsbegleitenden Modell den Spagat zwischen Beruf und Schule schaffen. Im ersten Jahr war er jeden Samstag in die Schule in Kulmbach, danach folgten Blockseminaren in Würzburg. Fast 20 Teilklausuren. Abschlussprüfung in Osnabrück. Schulstress und Arbeitsstress – ist das denn zu bewältigen? „Klar ist es eine hohe Belastung. Man steht dann irgendwie immer in der Mitte und muss beides vereinbaren“, erklärt Wolharn. Auch Zweifel kamen auf: „Wenn noch kein Ende in Sicht ist, fragt man sich schon manchmal, ob man das durchziehen kann oder nicht einfach doch mal Urlaub braucht“.

Durchgezogen hat es Max Wolharn inzwischen und das mit Erfolg: Neben dem Abschluss als staatlich geprüfter Techniker ist er inzwischen auch Leiter zentraler Druckereiservice und Managementsysteme bei den MGO Druckereien – eine Stelle, für die er ohne die Zusatzqualifikation nicht in Frage gekommen wäre, so sagt er. Max Wolharn ist jetzt da wo er hinwollte. Der richtige Job, mehr Gehalt, mehr Verantwortung – die dreieinhalb Jahre Doppelbelastung haben sich ausgezahlt. Ob er es wieder so machen würde? „Ich bin froh den Abschluss in der Tasche zu haben“, sagt Wolharn. „Wenn ich es noch mal machen müsste, würde ich vielelleicht dann doch eine andere Form wählen. Eine Form bei der die Ausbildung verkürzt und dafür die Arbeitszeit reduziert wird. Auf die lange Zeit wie ich es gemacht habe, war es doch sehr anstrengend.“

Berufsbegleitende Ausbildungen und Studiengänge sind eine Herausforderung. Und dennoch oder gerade deshalb haben sich in der Mediengruppe Oberfranken viele Kolleginnen und Kollegen dieser gestellt oder bewältigen sie gerade. Durch die vielen unterschiedlichen Modelle kann jeder den Weg finden, den er gehen möchte und auch gehen kann. Und am Ende lohnt sich Bildung immer –persönlich, fachlich und auch beruflich.

Von Christina Beil
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Christina BeilUnternehmenskommunikation

Christina Beil ist seit 2012 in der Mediengruppe tätig. Nach ihrem kommunikationswissenschaftlichen Studium absolvierte sie ein Volontariat in der Unternehmenskommunikation. Heute ist sie Mitarbeiterin der Abteilung.

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